Was ist Krankheit?


Es ist mir sehr wichtig, dass Sie eine Ahnung davon haben, was Krankheit bedeutet, bevor Sie zu mir in Behandlung kommen. Nur so können Sie allfällige Reaktionen und Abläufe verstehen.

Jedes Krankheitszeichen (oder Symptom), ist ein Heilungs- oder Kompensationsversuch unseres Körpers. Wenn wir annehmen, dass der Mensch viele Millionen Jahre schon existiert, können wir behaupten, dass wir Menschen ein ziemlich perfektes Wesen sind. Hätten wir nicht ein raffiniertes "Korrektursystem", gegen Krankheiten, Verletzungen, etc., würde es uns wahrscheinlich heute nicht mehr geben. Wir Homöopathen arbeiten mit dieses perfekte "Korrektur- oder Selbstheilungssystem" unseres Körpers, nicht wie in anderen Medizinrichtungen, wo nur nach Fehlern in uns gesucht wird.
Der menschliche Körper hat keine Fehler! Somit sind auch Krankheiten keine Fehler, sondern Kompensationsversuche unseres Körpers. Lassen wir diese Kompensation nicht zu, kommt es zu einer Unterdrückung und die Krankheit schreitet vor, wird sozusagen schlimmer. Jedes Symptom hat sich aus einem bestimmten Grund entwickelt, um uns vor noch schlimmeren Krankheiten zu schützen.
Ob dieses Symptom nun ein Schnupfen, ein Schmerz oder sogar ein Tumor ist,
Symptom bleibt Symptom! Und diese Zeichen (Symptome) sind es, was wir in der Homöopathie gemäss dem Ähnlichkeitsgesetz von Samuel Hahnemann (Begründer Homöopathie) benutzen um Menschen zu heilen. Wir vertrauen den Zeichen des Körpers. Nichts ist ohne Grund hier!
Wenn wir dann den wirklichen Grund, welcher die Symptome hervorruft, gefunden haben, und diesen entsprechend richtig nach dem
Ähnlichkeitsgesetz behandelt haben, werden sich auch die Symptome verschieben oder einstellen, da der Organismus ja nichts mehr zu kompensieren (korrigieren) hat.



Um diese Erklärung noch von einer anderen Seite zu verstehen empfehle ich Ihnen sich einige Minuten Zeit zu nehmen und zu lesen, was Samuel Hahnemann dazu, in den Paragraphen 9-14 des Organon der Heilkunst (6. Auflage) schreibt:

§ 9

Im gesunden Zustande des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper (Organism) belebende Lebenskraft (Autokratie) unumschränkt und hält alle seine Theile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Thätigkeiten, so daß unser inwohnende, vernünftige Geist sich dieses lebendigen, gesunden Werkzeugs frei zu dem höhern Zwecke unsers Daseins bedienen kann.

§ 10

Der materielle Organism, ohne Lebenskraft gedacht, ist keiner Empfindung, keiner Thätigkeit, keiner Selbsterhaltung fähig (klicken Sie hier um Hahnmanns Fussnote dazu zu lesen) ; nur das immaterielle, den materiellen Organism im gesunden und kranken Zustande belebende Wesen (das Lebensprincip, die Lebenskraft) verleiht ihm alle Empfindung und bewirkt seine Lebensverrichtungen.

§ 11

Wenn der Mensch erkrankt, so ist ursprünglich nur diese geistartige, in seinem Organism überall anwesende, selbstthätige Lebenskraft (Lebensprincip) durch den, dem Leben feindlichen, dynamischen (klicken Sie hier um Hahnmanns Fussnote dazu zu lesen) Einfluß eines krankmachenden Agens verstimmt; nur das zu einer solchen Innormalität verstimmte Lebensprincip, kann dem Organism die widrigen Empfindungen verleihen und ihn so zu regelwidrigen Thätigkeiten bestimmen, die wir Krankheit nennen, denn dieses, an sich unsichtbare und bloß an seinen Wirkungen im Organism erkennbare Kraftwesen, giebt seine krankhafte Verstimmung nur durch Aeußerung von Krankheit in Gefühlen und Thätigkeiten, (die einzige, den Sinnen des Beobachters und Heilkünstlers zugekehrte Seite des Organisms), das ist, durch Krankheits-Symptomen zu erkennen und kann sie nicht anders zu erkennen geben.

§ 12

Einzig die krankhaft gestimmte Lebenskraft bringt die Krankheiten hervor (klicken Sie hier um Hahnmanns Fussnote dazu zu lesen) so daß die, unsern Sinnen wahrnehmbare Krankheits-Aeußerung zugleich alle innere Veränderung, das ist, die ganze krankhafte Verstimmung der innern Dynamis ausdrückt und die ganze Krankheit zu Tage legt. Hinwiederum bedingt aber auch das Verschwinden aller Krankheits-Aeußerungen, das ist, aller vom gesunden Lebens-Vorgange abweichenden, merkbaren Veränderungen mittels Heilung, eben so gewiß die Wiederherstellung der Integrität des Lebens-Princips und setzt folglich die Wiederkehr der Gesundheit des ganzen Organism nothwendig voraus.

§ 13

Daher ist Krankheit (die nicht der manuellen Chirurgie anheimfällt), keinesweges wie von den Allöopathen geschieht, als ein vom lebenden Ganzen, vom Organism und von der ihn belebenden Dynamis gesondertes, innerlich verborgnes, obgleich noch so fein gedachtes Wesen ein Unding 2),

2) Materia peccans!

was bloß in materiellen Köpfen entstehen konnte und der bisherigen Medicin seit Jahrtausenden alle die verderblichen Richtungen gegeben hat die sie zu einer wahren Unheilkunst schufen) zu betrachten.

§ 14

Es giebt nichts krankhaftes Heilbare und nichts unsichtbarer Weise krankhaft verändertes Heilbare im Innern des Menschen, was sich nicht durch Krankheits-Zeichen und Symptome dem genau beobachtenden Arzte zu erkennen gäbe, - ganz der unendlichen Güte des allweisen Lebenserhalters der Menschen gemäß.